Byron Bay

Besser kann ein Halloween in Australien doch gar nicht starten: Kaffee und Tee direkt ins Zelt vom allerliebsten Franco der Welt! Diesen Kanadier habe ich schon nach wenigen Tagen so tief ins Herz geschlossen. Es ist einfach seine Art, sein Auftreten, die Gespräche die man mit ihm führt, seine Begeisterung für seinen Job, welchen man wahrhaftig Berufung nennen darf.

Wir packten also nach einem ausgiebigen Campingfrühstück (mit herumlaufenden Hühnern) unsere Zelte zusammen und fuhren nach Byron Bay. Franco passte eine Schrecksekunde nicht auf und wir fuhren fast mit vollem Karacho in die Mittelleitplanke des Highways. Mit der Erkenntnis, dass wir ja alle sozusagen unser "Leben" in die Hände des Fahrers gaben und einem kleinen Schock kamen wir davon.

 

An diesem Tag und den zwei darauffolgenden hatten wir Surf Unterricht in Lennox Heads bei der Surfschule Stoked. Wir trafen uns alle in Byron Bay und fuhren dann mit dem Stoked Bus nach Lennox Heads, bekamen eine kurze Einweisung in "Wellenkunde", machten uns warm fürs Board und dann ging es auch schon in die Wellen. Ganz nach dem Motto "learning by doing" kämpften wir uns immer wieder auf die Bretter und schon nach kurzer Zeit schafften wir es ein paar Wellen zu "nehmen" und surften. 

Nach wenigen Stunden war der Spaß vorbei und wir ein wenig erschöpft. Larissa und ich erkundeten Byron Bay, die Jungs machten ein Mittagsschläfchen im Auto. Am Abend gingen wir in die Cheeky Monkey Bar, wo wir Gutscheine für "kostenloses Essen" hatten. Als Backpacker nimmt man jede Gratisaktion mit! Wir verbrachten den Abend mit unseren "Mitschülern" und bei den Jungs floss das ein oder andere Bierchen. Später am Abend zogen wir weiter und Franco nahm an einer Open-Mic-Night teil. Er spielte ein Solo mit der Gitarre und ich schmolz erneut dahin. (Männer die Gitarre spielen können haben bei mir schon mal 100 Extrapunkte!). 

Da die Jungs getrunken hatten fuhr ich unser "Schiff" zum Campspot, der gruseliger Weise auch noch "Sleepy Hollow Restarea" hieß. Wir bauten nachts mit Taschenlampen unsere Zelte auf und krabbelten dann ganz schnell in unsere Schlafsäcke, da es bitter kalt war.

 

Am nächsten Tag ging es für uns wieder nach Byron Bay und zu unserem zweiten Tag Surfstunden. Zuvor besuchten wir aber noch den Leuchtturm von Byron Bay und den östlichsten Punkt Australiens. Nach dem Surfen - welches von Tag zu Tag besser wurde (aber auch ledrige Schürfwunden mit sich brachte) gingen wir abends wieder in die Cheeky Monkey Bar und nahmen an einem Musikquiz teil. Wir hatten einen riesen Spaß und natürlich wieder Gutscheine für ein Abendessen zum halben Preis. Danach fuhren wir wieder zur Hühner Restarea (Campingspot).

Am letzten (dritten) Tag unserer Surf-Stunden hatten wir Mädels mit ledriger Haut und blauen Flecken zu kämpfen. Die Wellen waren an diesem Tag sehr bescheiden, da weit draußen im Ozean zwei Tornados tobten und somit die Strömung und der Wellengang von zwei verschiedenen Seiten aus kam. Das heutige Tagesziel war einen 180 zu schaffen. D. h. sich um die eigene Körperhälfte auf dem Brett zu drehen. Mir gelang es ganze drei (!) Mal. Die restlichen Versuche landete ich im Salzwasser.

 

Nach diesen drei Tagen waren wir dann aber auch froh, dass wir eine kleine Pause vom Surfen hatten. Auch wenn es total Spaß machte und wir mittlerweile schon einige Wellen "mitgenommen" hatten, schmerzte der Körper nach einem dreitätigen Full-Body-Workout und wir wollten einfach nur entspannen und unsere Körper regenerieren.