Westküste

Let’s start the Convoy

Über Facebook suchten wir Reisepartner und wurden dann auch nach Anfangsschwierigkeiten fündig - super fündig. Um genau zu sein: 26 weitere junge Menschen wollten uns auf unserer Reise in den Norden Australiens folgen. Wie bereits in den vorherigen Beiträgen erwähnt organisierten wir alles vorab über Facebook und trafen uns dann am Morgen nach Ralfs Geburtstag am Strand von Geraldton. Alle Autos kamen mehr oder weniger pünktlich zum Treffpunkt. Nach kurzem Kennenlernen mit den neuen Ankömmlingen ging es dann zum ersten Stopp „Little Bay“. Da alle den Pink Lake sehen wollten und dieser auf unserer Strecke lag fuhren wir dorthin. Natürlich nahmen wir auch die erste Offroadstrecke mit und mussten die Feuertaufe mit Schlamm, großen Schlaglöchern, Sand und Steinen bestehen. Aber dank „Teamspirit“ – wie unsere englische Sara sagen würde, die die Walkie-Talkie-Queen ist (sie nannte diese Talkie-Walkie) – haben wir diese Strecke alle gut gemeistert. Dann ging es weiter zum Little Bay, wo wir unsere Lager aufschlugen. Unsere alte Luftmatratze wurde prompt mit einem Abschleppseil an ein Auto montiert und die Mädels ließen sich am Strand herum ziehen. Unsere skandinavischen Jungs düsten mit lauter Musik und ihrem 4WD (Geländewagen) durch die Dünen und wir sahen einen von vielen wunderschönen Sonnenuntergängen. Dann ging es zurück zum Camp, jeder kochte für sich Abendessen und dann versammelten wir uns und ließen den Abend unter einem atemberaubenden Sternenhimmel ausklingen.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Kalbarri. Auf dem Weg dorthin hielten wir am Red Bluff an, einem Aussichtspunkt. In Kalbarri füllten wir unsere Essenslager auf, fuhren tanken und beschlossen dann zum Kalbarri Nationalpark zu fahren. Danach ging es im Konvoi zum Loop im Nationalpark. Ein Rundwanderweg, für den man ca. 3-5 Stunden brauchte. Drei Mädels blieben zurück, der Rest der Truppe machte sich auf den Weg über Stock und Stein. Wir kamen vorbei am Natural Window. Den ersten Halt machten wir am Ufer des Flussbettes. Einige von uns nahmen ein kühles schnelles Bad, da das Wasser sehr grün von Algen und Pflanzen war. Dann ging es weiter durch die Schluchten des Murchison Flusses. Auf unserem Weg begegneten uns einige Kängurus – Menschen trafen wir nur zwei. Nach ca. 4 Stunden Wanderung kamen wir wieder am Parkplatz an. Blöderweise war nur noch ein Mädel da: die anderen sind eine halbe Stunde/Stunde nach uns los und irrten jetzt irgendwo im Nationalpark auf dem Pfad herum. Da keinerlei Netz oder Empfang war und keiner seine Walkie-Talkies mitgenommen hatte blieb uns nichts Anderes übrig als zu warten. Also warteten wir und warteten. Wir hielten Ausschau mit einem kleinen Fernglas und überlegten, wo wir dann über Nacht stehen würden. Zu einem Campingplatz würden wir es nicht mehr schaffen, da diese alle zu weit entfernt waren und es schon langsam dämmerte. Nach gefühlt einer Stunde tauchten die Mädels endlich auf und wir konnten uns auf den Weg machen. Je dunkler es wurde, desto langsamer fuhren wir. Es war einfach nur total anstrengend die ganze Umgebung ununterbrochen im Auge zu behalten. Jederzeit und von überall her konnte ein Känguru hervorspringen und über die Straße hüpfen. Leider erwischte das Auto, welches vor unserem fuhr zwei Kängurus und sie lagen leblos auf der Straße bzw. am Straßenrand. Ich war kurzzeitig geschockt. Es liegen zwar wirklich überall tote Tiere am Straßenrand bzw. in den Büschen, aber live dabei zu sein, während eines vom Auto vor dir überfahren bzw. weggeschleudert wird: das will ich nicht noch einmal sehen bzw. niemals selbst erleben. Wir fuhren zu einem Free-Camp-Spot, einer Art Rastplatz/Parkbucht. Hier standen bereits einige andere Campervans, die netterweise Platz für uns machten. Wir schlugen alle unsere Lager auf, kochten rasch zu Abend und gingen dann bald zu Bett. Am 19.08. fuhren wir in den Francois Peron Nationalpark. Auf dem Weg zu unserem Campingplatz – dem Bottle Bay – verlor ein Auto aufgrund der raffen Straßen sein Roof Basket (also den Korb auf dem Dach, der eigentlich gut befestigt ist). Unser Rocky kam erstaunlicherweise sehr gut durch. Sandige Strecken durchfährt er butterweich. Am Camp angekommen bauten wir zwei Lager auf. Die Jungs gingen angeln und ich ging mit drei anderen Mädels aus dem Convoy am Strand spazieren. Hier fanden wir riesige Muscheln. Nach der Vormittagswanderung waren wir hungrig und machten uns zwei Ladungen Couscous mit Gemüsebrühe und legten uns dann in die Sonne. Zuvor mussten wir noch kurz eine der Mädels (Larissa) verarzten, da sie sich den kleinen Zehnagel an einem Stein halb abgeschlagen hatte. Aber wir sind alle recht gut ausgestattet mit Erste-Hilfe-Sets und haben drei Krankenschwestern dabei. Nach unserem kleinen Nachmittagsschläfchen sind wir dann zu fünft an das Ende des Nationalparkes gefahren – zum Cape Peron. Dort haben wir Delfine gesehen, die keine 10 Meter von uns entfernt in Strandnähe schwammen. Nach einem kurzen Spaziergang fuhren wir zurück zum Camp und bauten dort nach einem kleinen Abendessen das erste „Open-Air-Beach-Kino“ auf. Ich setzte mich mit ein paar Mädels unter dem Sternenhimmel hin und wir schauten „Die Schöne und das Biest (2017)“.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zur “Big Lagoon”. Nicht alle Autos schafften den Weg bis dorthin. Eines musste abbrechen und fuhr direkt auf die normale Hauptstraße zurück. Glücklicherweise schafften sie es aus dem Nationalpark heraus und wir konnten sie auf der geteerten Straße abschleppen und nach Denham bringen. Die erste Werkstatt hatte keine freien Termine, die zweite verlangte für die defekte Kupplung 1.500 – 2.000 $. Wir teilten die Mädels auf die restlichen Autos auf und ließen den defekten Wagen in der Werkstatt. Dann versammelten wir uns alle am Hafen und machten einen Plan. Leider waren in der näheren Umgebung alle Campingplätze komplett ausgebucht. Uns sprach ein Typ am Parkplatz an und lud uns alle ein auf seinem Grundstück zu parken, Bier mitzubringen und eine fette Party zu feiern. Wir überlegten kurz und stimmten dann zu. Nach und nach fuhren wir auf den sandigen Platz neben seinem Haus, wo mehrere Leute gleichzeitig wohnten. Später nannten wir diesen Ort nur noch „Crack-House“. Die Leute, die dort „lebten“ waren alle einfach nur „kaputt“ und crazy. Eine unserer Convoy-Mädels hatte ihren 27. Geburtstag und so feierten wir alle zusammen und die meisten hatten einen feuchtfröhlichen Abend. Spät in der Nacht krabbelten wir dann in unser Rooftop-Tent (Zelt auf dem Autodach) und versuchten zu schlafen. Am nächsten Morgen wachten wir auf und einige von uns hatten Strafzettel an der Windschutzscheibe hängen. Leider waren wir ebenfalls betroffen. „Camping auf nicht-privatem Gelände“ = 100 Dollar pro Auto – und es waren ganze vier Autos betroffen. Leider hatte uns keiner gesagt, dass das Grundstück (ohne Gartenzaun) begrenzt war und wir mit vier Autos auf dem verlassenen Nachbargrundstück standen. Nach kurzem Diskutieren packten wir unsere Sachen und fuhren Richtung Shell Beach – ein Strand der nur aus Muscheln besteht. Wir hielten dort an, marschierten alle zum Wasser, genossen den Moment und machten ein paar Fotos. Anschließen wollten wir uns auf den Weg zum Edelland Nationalpark machen. Beim Ausparken ist eines der anderen Autos in unseres rückwärts reingefahren und hat uns ziemlich eingedellt, die Verkleidung vom Licht war gebrochen, die Motorhaube war leicht verschoben und der Radkasten total eingedrückt. Nach kurzem Schock fuhren wir weiter in den Nationalpark und schlugen dort unser Camp auf. Später am Nachmittag durfte ich dann als “Stammälteste” und Mutter der ganzen Organisation noch eine kleine Krise zwischen zwei Mädels regeln und wieder für Frieden sorgen. Am nächsten Morgen machten sich einige der Autos auf den Weg. Sie waren im Zeitdruck und wollten oder konnten nicht länger bei uns bleiben. Wir Verbleibenden wechselten den Standort ebenfalls und zogen zum Strand um, da wir nun weniger Autos waren und ein kleinerer Stellplatz vollkommen ausreichte. Wir bauten ein richtiges Camp auf, die Autos als Windschutz und die Zelte dahinter. Wir spannten Planen und nachdem die Jungs zum Angeln verschwunden waren starteten die Mädels mit dem Kochen (mit vier Gaskochern, da wir ja einige Mägen füllen mussten). Der Strand ähnelte einem Friedhof: hunderte von Seesterne waren hier gestrandet und höchstwahrscheinlich elend in der heißen Sonne Australiens vertrocknet. Später dann nahmen alle an unserem kleinen Strand-Kino teil: wir kuschelten uns all in unseren Campingstühlen, sitzend im Sand und mit Decken gemütlich zusammen und schauten auf unserem Laptop mit Soundboxen “Red Dog” - einen australischen Film (auf wahrer Begebenheit).

 

Am 24.08. fuhren wir nach Carnarvon. Hier suchten Ralf und ich eine Werkstatt auf, um den Schaden unseres Autos anschauen zu lassen. Lustiger Weise trafen wir die anderen ehemaligen Konvoi-Teilnehmer an der Promenade, da diese hier eine kostenlose Dusche nahmen und sich mit Lebensmitteln eindeckten. Wir freuten uns alle wieder zu sehen und mussten dann aber nach kurzer Zeit schon wieder “auf Wiedersehen” sagen. Da es hier weit und breit keinen kostenlosen Platz zum Übernachten gab gingen wir auf einen Caravan Park, kauften ein und machten dann am Abend alle zusammen Burger. Am nächsten Tag fuhren wir zu den Blowholes und weiter an die Küste. Unser abenteuerlustiger Mechaniker (Sebastian aus Deutschland) musste unbedingt mit seinem Auto die steilen Sandhänge hinunterfahren und blieb natürlich (zu unserer Schadenfreude) tief im Sand stecken. Charlott, die ihm mit ihrem Auto folgte, ebenfalls - nur Bianca und ihr Auto konnten wir davon bewahren. Sie konnten wir noch vom Hang wieder “zurückschieben”. Sebastian fuhr einen Pfad entlang, wo sich hunderte von scharfkantigen Steinen befanden und schrottete dabei (natürlich) einen seiner Reifen. Endlich konnte er uns seine Mechaniker-Künste zeigen und sein Können unter Beweis stellen. Wobei Reifenwechseln - das kann ich auch mit Links! Nach diesem kleinen Abenteuer fuhren wir noch zu einem Schiffswrack und gönnten uns am Abend Pizza von Pizza Hut. Am nächsten Morgen gingen wir zum Markt im Zentrum der kleinen Stadt, fuhren zum One Mile Jetty, welcher leider gesperrt war, gingen ins Space Shuttle Museum und tobten am Spielplatz herum. Unser Auto Rocky bekam eine Autowäsche und später am Campingplatz bekamen wir eine Horrornachricht von den “ehemaligen Mitgliedern” unseres Trupps. Einer der Jungs hatte Panikattacken und musste ins Krankenhaus. Wir waren besorgt und wollten uns schon auf den Weg zu ihnen machen, warteten aber ab, da wir eh nichts hätten machen können. Am Abend hatten wir am Campingplatz eine kleinen “Eisköniginnen-Party”, selbstgemachte Reis-Arangini und BBQ mit Karaoke und lustiger Stimmung, bis die anliegenden Campbewohner uns baten leiser zu sein und zu Bett zu gehen. Da die Autowerkstatt uns leider noch nichts Neues sagen konnte - sie hatten einen Kostenvoranschlag an die gegnerische Versicherung geschickt - trennte sich unser Konvoi noch einmal weiter auf und übrig blieben nur noch Ralf und ich mit unserem Rocky. Die anderen wollten weiter und wir wollten nicht, dass sie noch weitere Nächte zahlen mussten, nur wegen uns. Und wir wussten ja nicht, wie lange es noch dauern würde, bis wir die Freigabe der Versicherung hätten. Es war eine komische Stimmung. Wir waren traurig und sauer zugleich. Sauer, da wir hier gefangen waren und es nicht unsere eigene Schuld war sondern dieser blöde Unfall und traurig, weil wir unsere neugewonnen Freunde verabschieden mussten und unser (!) Konvoi nun nicht mehr bestand. Wir hatten das Ganze ins Leben gerufen und nun waren wir wieder allein. Wir fuhren zum Hafen, gingen an der Promenade spazieren und gingen dann aber bald zurück zum Campingplatz, da es stürmisch wurde. Wir kuschelten uns ins Zelt und schauten beim Erdbeer naschen und Schokolade futtern auf unserem Laptop Filme. Am Abend lernten wir ein deutsches Paar beim Kochen in der Campingküche kennen und verbrachten den Abend mit interessanten Gesprächen.

 

Am nächsten Morgen (Montag) gingen wir gleich zum Mechaniker und fragten nach was mit unserem Auto sei. Sie teilten uns mit, dass es noch dauern würde und wir fragten nach, ob wir den Schaden auch erst in Darwin reparieren lassen könnten. Wir bekamen die Freigabe und entschlossen uns kurzer Hand unsere Sachen zu packen und zu den anderen zu fahren. Sie waren noch nicht weit - hatten nur einen Tag Vorsprung! Wir gingen also zurück zu unserem Campingplatz, packten alles zusammen, kauften noch das Nötigste ein und machten uns dann auf den Weg zur Lagoon “Warrorra Station”. Es war das erste Mal, dass Ralf mich auch mals ans Steuer lies. Als er jedoch ständig den “Besserwisser” raushängen hat lassen, verging mir die Lust und ich beschloss nur noch ihn Offroad fahren zu lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und ich war zuvor noch nie offroad gefahren und jeder der mich kennt, weiß, dass ich ein guter Fahrer bin. Es war eben Neuland für mich: anderes Seite des Fahrzeuges, neues Fahrzeug, großes Fahrzeug, Allradantrieb, im Sand fahren, auf Schotter-Stein-Straßen fahren, etc. Am Camp angekommen überraschten wir unsere Freunde, denn Handyempfang hatten sie eh keinen. Einige der Mädels trafen wir bereits am Weg, da sie gerade an den Klippen spazierten und Wale beobachteten, die Übrigen saßen am Camp oder spielten Golf nachdem sie tagsüber surfen waren. Wir schlugen unser Camp auf, bauten das Dachzelt geschwind auf und gesellten uns zu den Anderen und quasselten, als hätten wir uns schon seit Wochen nicht mehr gesehen, dabei waren es weniger als 24 Stunden die uns trennten. Am nächsten Tag machten wir uns auf zum Elll’s Beach und mussten einen steilen Sandberg hinunterfahren und anschließend auch wieder hinauf. Wir alle konnten nun unsere Offroad-Kenntnisse beweisen und jeder bestand diese Prüfung mit Bravur. Wir versuchten eine Bucht zu finden, wo angeblich Haie sein sollten. Diesen Tipp hatten wir vom Ranger bekommen. Nach einiger Zeit gaben wir auf, da das Fahren im Sand unglaublich viel Benzin verbraucht und wir diesen Strand nicht fanden und nur umherirrten. Wir beschlossen woanders baden zu gehen und fuhren dann später wieder aus dem Nationalpark heraus. Wir bauten unser Lager am Strand auf, die Jungs gingen Angeln und brachten später erfolgreich einen Oktopus ins Camp, wir Mädels spielten Karten, erkundeten die Gegend oder erzählten uns Geschichten. Larissa und ich alberten herum, färbten unsere Beine mit dem schwarzen rußigen Sand und mussten diesen dann im (kalten) Meerwasser wieder abwaschen - was sich als sehr schwierig herausstellte Am darauffolgenden Tag machten wir uns auf nach Coral Bay. Da es hier nur überteuerte und überbuchte Campingplätze gab beschlossen wir lediglich bis zum Nachmittag zu bleiben. Ralf und ich gingen schnorcheln und ein paar der Mädels gingen los um Wasserreserven aufzufüllen. Wir trafen zufällig das Paar vom Campingplatz in Carnarvon wieder und entspannten mit ihnen am weißen Strand von Coral Bay. Später fuhren wir alle noch tanken und machten uns dann auf den Weg zum Ningaloo Nationalpark. Wir fuhren bereits ca. 30 km auf den schlimmsten Corrugations (sehr hukelige Straße). Weitere 30 km lagen noch vor uns (und wir waren schon stundenlang unterwegs), da stellte eine der Mädels fest, dass etwas mit ihrem Auto nicht stimmte. Wir hatten zwar unsere Walki-Talkies, aber oftmals wurden diese nicht genutzt und wir mussten immer unseren Hintermann im Rückspiegel im Auge behalten, was bei dem aufgewirbelten roten Staub sehr schwer war. Nach einer Weile merkten wir, dass keiner mehr hinter uns war und da wir kein Signal mehr bekamen drehten wir um. Unser Mechaniker überprüfte das Auto und stellte fest, dass der Tank einige kleine Rostlöcher hat. Nach kurzer Besprechung beschlossen wir diesen Trip abzubrechen und zurück zur Hauptstraße zu fahren und so weit wie möglich zurück in Richtung Coral Bay, da der nächste Ort zu weit weg war. Wir schafften es gerade noch bis zum Highway zurück und parkten das Auto am Straßenrand auf einem Schotterstreifen. Die Insassen verteilten wir auf die restlichen Autos, deren Gepäck wurde verlagert und nur das Nötigste mitgenommen. Wir mussten das Auto zurücklassen. Wir beschrifteten die Scheiben, so dass ein Ranger erkennen konnte, dass es sich nicht um ein Schrottauto handelte. Dann fuhren wir zum nächsten Camp, dem Nine Mile Camp. Dort angekommen wies uns der Care-Taker ein und zeigte uns den Weg wo wir unser Lager aufbauen konnten. Die meisten von uns blieben am Camp und bauten Zelte und das Lager auf und Sebastian und Bianca, die Besitzein des liegengebliebenen Autos, fuhren zurück und bauten die Tankwanne aus, um diese zu reparieren oder eine neue zu besorgen. Der Care-Taker fuhr am nächsten Morgen nach Exmouth und besorgte eine Art Knetmasse, welche man in die Löcher stopfen konnte und diese dann nach Stunden aushärteten. Dann musste man noch 24 Stunden warten bevor man den Tank wieder mit Benzin oder anderen Flüssigkeiten befüllen konnte. Am Abend wurden wir vom Care-Taker zu einem Lagerfeuer eingeladen und verbrachten den Abend und die halbe Nacht an dessen Wohnwagen, wo er alte Sofas und Sessel um seine Feuerstelle hatte. Auf dem Weg zurück zu unserem Lager verirrte ich mich ein wenig am Campingplatz, da ich den richtigen Weg zurück nicht mehr fand. Nach kurzer Orientierung im Dunkeln fand ich schließlich doch zurück und legte mich schlafen. Die Jungs tranken noch bis tief in die Nacht hinein Bier.

 

Am nächsten Morgen suchte ich das Gespräch mit Ralf. Mir war schon seit Beginn dieses Konvois aufgefallen, dass wir mehr Tourguides, Teamleader und Organisatoren waren als ein Paar, welches diese Reise genießen wollte. Wir hatten kaum “Zeit für uns” und die Stimmung war anders als sonst. Ich bat ihn um ein Gespräch und wir gingen am Strand spazieren. Nach einigen Schritten offenbarte er mir, dass es für ihn mit uns nicht mehr funktionieren würde, dass er bereits über eine Trennung nachgedacht hatte und sich schon seit Wochen Gedanken machen würde, ob es noch Sinn mit uns beiden machen würde. Ich war sprachlos und brach (natürlich) in Tränen aus. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Ich war geschockt und es dauerte eine Weile bis ich mich wieder gefangen hatte. Wir versuchten eine Lösung zu finden und nachdem ich wieder einen einigermaßen klaren Kopf hatte und meine Gedanken in klare Worte fassen konnte schlug ich vor erst einmal getrennt voneinander zu reisen, um zu sehen ob es lediglich die Situation sei, dass wir seit Monaten ununterbrochen beieinander waren und wir einfach mal Abstand brauchten, oder ob wir wirklich nicht miteinander funktionieren würden. Wir gingen zurück zu den anderen und ich trug den ganzen Tag meine Sonnenbrille (was ich eigentlich nie mache, da ich keine Sonnenbrillen mag) um meine Tränen und verheulten Augen zu verstecken. Wir wollten diese private Angelegenheit für uns behalten, so lange bis wir eine Lösung hatten und behielten dieses Gespräch am Strand für uns. Zwei der Mädels (Pia und Larissa) ahnten jedoch schon etwas, da wir über drei Stunden am Strand waren und ich danach anscheinend ziemlich ruhig. Ich quälte mich noch irgendwie durch den Tag und ging dann früh zu Bett. Ralf krabbelte erst tief in der Nacht zu mir ins Dachzelt - ich konnte nicht schlafen, lag ewig wach (mit tausenden Gedanken im Kopf) - stellte mich aber schlafend. Ich fühlte mich leer. Ich fühlte mich schwach und einsam. Wie konnte mir so etwas passieren? Wie hollywood-reif war das bitte? Ich hatte mir zwar daheim in Deutschland schon mal gedacht, was wäre “wenn”, aber wirklich damit gerechnet hatte ich doch im Geringsten nicht. Diese Nacht war eine der vielen schlaflosen, welche noch folgten.

 

Am nächsten Morgen bauten Sebastian und Bianca den Tank wieder ein und wir fuhren weiter nach Exmouth zum Yardie Homestad Campingplatz. Ralf und ich gingen uns aus dem Weg oder versuchten es zumindest, bis wir eine Lösung gefunden hatten. Mir fiel das aber sehr schwer. Wie solle man Abstand haben, wenn man im selben Auto fährt, schläft und lebt! Die Stunden vergingen extrem langsam und der Tag schien endlos. Nachts lag ich wieder wach und wünschte mir nichts sehnlicher als aus diesem Albtraum aufzuwachen und einfach wieder in die starken Arme meines Freundes genommen zu werden. Ich konnte ja mit niemandem darüber reden - weder vor Ort, noch mit Freunden oder Familie daheim, da ich hier keinen Internetempfang hatte. So alleine fühlte ich mich noch nie zuvor in meinem Leben. Nach einer (für mich) kurzen Nacht fuhren wir am nächsten Tag in den Cape Range Nationalpark, gingen am Strand spazieren, sprangen ins Meer am Turquoise Bay, fuhren zum Yardie Creek und Oyster Stracks. Später dann beschlossen wir Mädels den Walk in der Mandu Mandu Gorge ohne die Jungs zu laufen und das erste Mal seit Tagen hatte ich wieder klare Gedanken und einen freien Kopf. Das “richtige” Leben war kurz einmal pausiert und ich genoss die Wanderung mit den Mädels. Am Weg zurück zum Camp hörten wir laute Musik im Auto und ich fühlte mich das erste mal wieder gut. Am Abend kochten alle zusammen, ich schlich mich davon, kaufte total überteuertes Datenvolumen und rief in der Heimat an um endlich mit jemandem darüber zu reden. Als erstes meine Mama: sie war schon besorgt gewesen, da sie seit Tagen nichts mehr gehört hatte, dann Ralfs besten Freund, welcher mir Mut machte und gut zusprach. Ich war mittlerweile der Ansicht, dass Ralf nur Abstand brauchte und wir dann wieder zueinander finden würden. Wir waren einfach schon zu lange aufeinander und hatten keinen Freiraum gehabt. Er brauchte eine Pause und die sollte er bekommen. In dieser Nacht schuf ich den “Masterplan” und versuchte dann zu schlafen. Am nächsten Morgen suchte ich noch einmal das Gespräch mit Ralf und schlug ihm vor das Auto zu nehmen, ich würde den Platz mit einem anderen Reisenden tauschen und zu den Mädels in ein Auto gehen. Er solle mit den Jungs voran fahren und wir würden uns dann in Darwin (unserem Ziel) wieder treffen. Er musste mir versprechen, dass wir uns dort noch einmal treffen würden und reden. Wir würden das hier nicht als Trennung sehen, sondern als Abstand voneinander. Nach vielen Tränen meinerseits stimmte er mir zu und wir weiten die Mädels ein, welche mich sofort herzlich umarmten. Bianca nahm mich in ihrem Auto auf, ich packte meine Sachen und zog aus meinem eigenen Auto aus. Als Ralf wenige Augenblicke später mit den anderen Jungs abfuhr konnte ich meine Tränen nicht mehr halten und es dauerte anschließend ein wenig, bis ich mich beruhigte. Wieder war unser Konvoi kleiner geworden und übrig blieben nun 9 Mädels. Sieben davon waren deutsch, zwei Mädels aus England. Später fuhren wir Mädels nach Exmouth in die Bäckerei und gönnten uns Süßkram. Ich telefonierte mit Ralfs bester Freundin, welche mir auch versuchte zu erklären, dass ich nur abwarten müsse und er schon wieder zu Verstand kommen würde. In Exmouth überlegten einige der Mädels eine Tour mit den Walhaien (Walesharks) zu buchen. Da die Saison bereits vorbei war war die Chance Wale zu sehen geringer als in der Hochsaison. Zudem war es ein teures Erlebnis. Ich wollte es eigentlich mit Ralf zusammen machen, überlegte vor Monaten ihm dieses Erlebnis zum Geburtstag zu schenken und zögerte lange, ob ich es buchen sollte oder nicht. Letztendlich beschloss ich es zu tun und buchte mit einigen der Mädels diese Tour für den nächsten Tag. Auch wenn es teuer war: ich war höchstwahrscheinlich nur einmal hier an der Westküste Australiens und würde das womöglich nur einmal in meinem Leben machen - also gab ich mir einen Ruck und zückte meine Kreditkarte! Den Sonnenuntergang sahen wir uns am Leuchtturm an und beobachteten wie dieser riesige Feuerball im Ningaloo Reef im Ozean verschwand und den Himmel in hunderte Orange-Farben erstrahlen ließ. Und dann war sie gekommen: die erste Nacht seit Monaten (ohne Ralf). Bianca lud mich zu sich ins Dachzelt ein und ich machte es mir dort bequem. Wir redeten noch lange und irgendwann schlossen wir unsere Augen und ich konnte tatsächlich schlafen. Das erste mal seit Tagen hatte ich keine Gedanken die durch meinen Kopf kreisten oder Ängste! Nein, ich hatte einen wunderschönen Tag und so viel Spaß mit diesen acht verrückten Girls. Wir hörten laute Musik, ich trällerte tief aus meiner Seele die Texte mit und fühlte mich so frei und geborgen!

 

Dann war der Tag gekommen! 04.09.2017Wir fuhren früh morgens - nachdem wir unser Lager abgebaut hatten - nach Exmouth. Wir brachten zwei Autos zum Mechaniker und wurden dann vom Tour-Bus abgeholt. Der Tag war einfach nur einmalig. Wir schnorchelten im Ningaloo Reef, welches schöner und besser erhalten sein soll, als das weltbekannte Great Barrier Reef, hatten ausgiebiges Mittagsessen-Buffet und Snacks und Obstplatten, sahen fünf Walhaie und Schildkröten, Rochen, Haie und hunderte Arten von Fischen. Und das Beste: am Ende durften wir all die Essensrest mitnehmen und hatten so mit auch ein kostenloses Abendessen in der Tasche. Zurück bei den anderen zwei Mädels, welche nicht mitkamen, holten wir die Autos vom Mechaniker ab, fuhren zum Campspot (direkt am Highway) und verspeisten unsere Essensreste. Am nächsten Tag fuhren wir in den Karijini Nationalpark. Kurz davor in Tom Price wollten wir noch ein mal einkaufen gehen, da wir mehrere Tage im Nationalpark bleiben wollten. Es sollte nicht anders kommen und so sahen wir bereits am Parkplatz des Supermarktes Sebastians Auto. Die Jungs waren hier! Irgendwo in der Umgebung! Wir parkten und gingen schnurstracks in den Supermarkt. Ich sah Ralf und ging nur schnell mit einem “Hallo” an ihm vorbei. Wir hatten seit Tagen keinen Kontakt und ich wollte diese “Kontaktsperre” nicht brechen und tat so, als hätte ich ihn nicht “gesehen”. Als wir nach dem Einkauf zurück zum Parkplatz kamen stellten wir fest, dass einer der Reifen Charlotts Auto platt war. Da keine der Mädels Flickzeug oder einen Wagenheber dabei hatte (nicht gut ausgestattet) riefen wir Sebastian an, der zurückkam und uns “rettete”. Dann fuhren wir zu einer 24-Stunden-Restarea außerhalb des Nationalparks und nächtigten neben einem Wohnwagen und Kompressor-Lärm, da die Camper nachts ihre Kühlschränke mit Kompressoren kühlten. Am 06.09. (Tag darauf) fuhren wir in den Nationalpark und wanderten nach dem wir im Visitor Center waren in der Dales Gorge und zum Circular Pool. Über Nacht blieben wir im Eurocamp.

 

Der nächste Tag war gekommen und wir wanderten in der Weano Gorge, zu den Huntrail Pools, den Spider Walk, wo man durch eine enge Schlucht mit Händen und Füßen an den Steinwänden entlang klettern musste, zu dem Kermit Pool. Diese Nacht verbrachten wir im Eco Retreat Camp. Am nächsten Tag gingen wir zum Knox Gorge Lookout und schliefen die kommende Nacht außerhalb des Nationalparks in der Nähe der Hamersley Gorge. Hier erlebten wir einen Afrika-Moment und lachten die halbe Nacht. Wir sahen beim Sonnenuntergang den Mond aufsteigen und hatten einige Lach-Flashs. Jede von uns versuchte sich mit Baby-Feuchttüchern (welche wir zur “Katzenwäsche” benutzten) den roten Staub abzuwaschen, was vergeblich war. Am 09.09 fuhren wir morgens wieder in den Nationalpark und besuchten die Hamersley Gorge. Anschließend fuhren wir nach Port Hedland. Hier nahmen wir eine Dusche, trafen auf ein paar asoziale Frauen, die sich uns übelst beschimpften, da wir auch teilweise in der Männerdusche duschten (neun Mädels in zwei Damenduschen würde ewig dauern) und gingen dann wieder unsere Essenslager auffüllen. An der Tankstelle lernten wir zwei deutsche Brüder kennen, welche noch einen Schlafplatz suchten. Wir luden sie kurzer Hand ein uns zu begleiten, gingen mit ihnen zum Strand, wo wir das Naturspektakel “Staircase to the Moon” anschauten, welches nur bei Vollmond und Ebbe zu sehen war und fuhren dann zum Übernachten in den Garten eines Bekannten, von Claras (Mädel aus unserer Truppe) ehemaliger Au-Pair-Familie. Es war schon lustig: da fuhren vier Autos in den Hinterhof (Garten) eines wildfremden Mannes, welcher lediglich ein Mädel von uns durch Erzählungen von Bekannten kannte und bot uns sein Haus, seine Waschmaschine und seinen Garten zur freien Nutzung an. Am nächsten Morgen packten wir alles zusammen, tauschten mit den Jungs Nummern aus und fuhren zum 80 Mile Beach. Dort angekommen fuhren wir auf den Strand und fühlten uns frei wie Vögel. Wir fuhren endlose Kilometer am Strand entlang, Fenster unten, laute Musik, WInd in den Haaren, Strahlen in den Gesicherten. Wir fühlten uns gut - wir fühlten uns frei! Und ich war so glücklich wie schon lange nicht mehr! Wir rannten zum Wasser und sprangen herum, wir drehten die Musik laut auf und tanzten wild und frei am Strand, schlugen Räder, hüpften zu Beyonces “Single Ladies” deren Choreografie und schrien vor lauter Freude. Wir sahen uns noch den Sonnenuntergang an und fuhren dann wieder hinter die Dünen um dort unser Lager für die Nacht aufzuschlagen. Dann kochten wir und saßen noch lange beieinander. Hier sahen wir auch das erste mal eine größere Spinne und Charlott begann damit (aufgrund der Hitze) anstatt “in” ihrem Auto “auf” ihrem Auto (-dach) zu schlafen. Nachdem wir ein ausgiebiges Frühstück hatten machten wir uns auf den Weg nach Broome, wo wir dann in einem Hostel eincheckten. Hier befanden sich alle derjenigen, welche uns Wochen zuvor verlassen hatten. Der Konvoi war wieder annähernd vollzählig. Wir feierten ein großes Wiedersehen mit den ehemaligen Mitreisenden und kochten Pasta für alle. Lediglich Ralf und dessen Jungs fehlten noch (sie waren aber auch in diesen Tagen in Broome, was ich dann später herausfand, da einige der Mädels immer in Kontakt mit Ralf standen, um unvorhergesehene Aufeinandertreffen zu vermeiden). Am nächsten Tag erkundeten wir zu Fuß die Umgebung und fuhren wir zum Gantheaume Point, wo sich Fußspuren Dinosaurier befinden sollen, welche man lediglich bei Ebbe sehen kann. Hier aßen wir die Reste unserer Nudeln vom Vorabend und machten uns danach im Hostel hübsch um auszugehen. Nach zwei Stunden und etlich viel Make-Up im Gesicht (welches seit Wochen ungeschminkt war - bei allen von uns) liefen wir los. 20 Minuten Fußmarsch zum Pub, wo Livemusik spielte. Da eine der Mädels ihren Ausweis nicht fand und nur eine Kopie dabei hatte, kamen wir nicht rein bzw. beschlossen solidarisch, dass keiner gehen würde, da wir sie nicht alleine zurücklaufen lassen wollten (in der dunklen Nacht). Da wir aufgehübscht und hungrig waren wollten wir noch bei McDonalds einen späten “Mitternachtssnack” erhuschen. Sie schlossen bereits die Filiale - nur der Drive-In hatte noch geöffnet. Unser Problem: wir hatten kein Auto - waren zu Fuß unterwegs. Wir versuchten (so lustig wie wir sind) einen Walk-Through zu machen, wurden aber prompt darauf hingewiesen, dass wir nur mit Auto bestellen konnten (was für eine blöde Regel). Wir ließen uns aber nicht aufhalten, sprachen spontan den Fahrer des nächsten Autos an, gaben ihm unsere Bestellung und drückten ihm Geld in die Hand. Er und seine Freundin bestellten unser Essen und gaben uns dieses am zweiten Fenster, wo wir bereits warteten. Wir gaben ihnen als Dankeschön zwei Apfeltaschen aus und setzten uns dann in die Wiese und aßen unser Fastfood. Der nächste Tag war großer Waschtag. Nicht nur unsere Wäsche wurde mal wieder gewaschen, nein - auch die Autos durften wir am Hostelparkplatz kostenlos waschen. Danach fuhren wir zum Cable Beach, wo ich bei einem ausgiebigen Spaziergang am Strand ein sehr intensives, offenes privates Gespräch mit Pia hatte. Wir hatten uns mit den restlichen Mädels nach einem Badetag zum Sonnenuntergang verabredet. Eine Karawane mit Kamelen und reitenden Touristen kam an uns vorbei und wieder einmal ging ein Tag zu Ende und die Sonne verschwand im Meer. Nitzan, einer der Jungs (er war aus Israel) besuchte uns an diesem Tag am Strand. Ralf und die übrigen Jungs und neue Mädels, die mit ihnen reisten, waren nun auch in Broome und wohnten in einem anderen Hostel. Nach Sonnenuntergang fuhren wir zurück ins Hostel und Larissa und ich machten als die “Süddeutsche-Fraktion” für das gesamte Hostel Kaiserschmarn. Hier lernten wir auch den Hostel-Guru (einen komischen Kerl) und zwei Jungs aus Dresden kennen. Am nächsten Morgen checkten wir aus und packten unsere Sachen zusammen. Wir wollten zum Cape Leveque fahren. Auf der Autofahrt schlief Sara neben mir ein. Wir saßen hinten und mein Backpack war zwischen uns. Ich saß nachdenklich da, vergoss ein paar heimliche Tränen und als ich zu Sara rüber blickte sah ich, dass sie eingeschlafen war (mit offenem Fenster) und ihr Gesicht komplett mit rotem Staub überzogen war, welcher gut kleben blieb, da wir uns immer brav mit Sonnencreme einschmierten. Aus meinen Tränen wurden Freudentränen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Dieser Anblick war einfach zu komisch. Als die anderen Mädels mitbekamen was in unserem Auto los war, hielten wir alle an und lachten Tränen. Später verbrachten wir den Tag am Strand und jeder hatte etwas Zeit für sich. Am Nachmittag wollten wir uns wieder auf den Rückweg machen, da alle Camps ausgebucht waren, wg. eines Festivals und der “Eintritt” zum Strand schon 10 Dollar war. Wir wurden von feiernden Aborigines am Strand aufgehalten und blieben einige Zeit bei diesen. Dann versuchten wir wieder den “Ausweg” vom Strand zu finden und verfuhren uns. Es war bereits dunkel geworden und die netten Aborigines sahen uns umherirren, eilten herbei und führten uns zurück auf die “normale” Straße. Dann füllten wir schnell wieder Luft in unsere Reifen und fuhren zurück Richtung Broome. Wir fuhren vorbei an einem organisierten Bush-Brand und kamen nach Stunden endlich am Willie Creek Campspot an. Mitten in der Nacht bauten wir unsere Zelte auf und gingen schnell schlafen. Der nächste Tag bestand fast ausschließlich aus fahren! Von Broome über Derby und ein Stück der Gibb River Road. Hier schliefen wir auf einer Cattle Station (eine riesige Kuhzucht). Dieser Platz war als freier Campingplatz bei Wikicamps ausgezeichnet und wir beschlossen für eine Nacht zu bleiben. Wir parkten die drei Autos in Triangel-Form und die englischen Mädels bauten ihr Zelt (welches sie Palace nannten) neben Inkens Zelt in der Mitte unserer Autos auf. Überall um uns herum lagen Kuhfladen. Wir kochten Abendessen und verzogen uns dann aufgrund der Moskitos in die Zelte bzw. Autos. Da unsere englischen Mädels Angst bekamen und Nachts angeblich eine Kuh an ihrem Zelt stand flüchteten sie kreischartig nachts kurzerhand ins Auto und schliefen auf den Sitzen. Am nächsten Tag fuhren wir einen Teilabschnitt der Gibb River Road, welche berühmt berüchtigt ist. Hier “sterben” mehrere Autos tagtäglich. Wir fuhren bis zur Winyana Gorge wo wir ebenfalls wieder das Auto von Sebastian sahen. Wir stellten uns ans andere Ende des Camps um einer erneuten Begegnung aus dem Weg zu gehen. Sara, eine der Engländerinnen, hatte ein kreischendes Erlebnis auf einem der Camptoiletten, da sie einen kleinen Frosch in der Kloschüssel sitzen hatte, als sie diese aufsuchte. Wir machten uns auf den Weg in der Gorge (Schlucht) zu wandern. Da es unglaublich heiß und schwül war und wir von Stechmücken und Bremsen gestochen wurden drehten viele Mädels nach einer Weile um und gaben auf. Bianca und ich beschlossen noch weiter zu wandern und liefen noch ca. zwei Stunden weiter. Danach nahmen wir eine ausgiebige Dusche. Ich kuschelte mich zu Larissa in deren Auto und wir quatschten und schauten uns Fotos an. Inken und ich versteckten uns später am Nachmittag in der Campdusche, als der Ranger kam, da wir lediglich (böse Mädchen) für 7 Mädels bezahlt hatten, anstatt für 9! Am nächsten Morgen wollten wir zum Tunnel Creek fahren. Leider kamen wir nicht weit, denn einer der Reifen von Biancas Auto platzte. Da keines der Autos mit einem Wagenheber ausgestattet war mussten wir auf fremde Hilfe hoffen und schon nach kurzer Zeit hielt ein sehr netter Mann an und half uns beim Reifenwechsel. Das Ärgerliche an Biancas Auto war, dass der Ersatzreifen sich unter dem Auto befand und man erst die halbe “Küche” auseinander bauen musste, um an diesen zu kommen. Nach dieser Aktion konnten wir uns zum Tunnel Creek machen. Hier liefen wir durch dunkle Höhlen, wo kleine Bäche hindurchflossen. Im Sandbett sahen wir ein kleines Krokodil liegen und gingen leise und zügig daran vorbei. Im Tunnel sangen wir dann verschiedene Lieder und freuten uns, als wir am anderen Ende wieder herauskamen. Dann mussten wir umdrehen und den ganzen Weg wieder zurückgehen. Auf dem Weg zu unserer Restarea mussten wir das erste mal einen Fluss bzw. ein großes Wasserloch durchqueren. Auf der anderen Seite des Wasserlochs standen bereits zwei andere Fahrzeuge. Sie überlegten nicht lange und fuhren durch das Gewässer. Wir liefen sicherheitshalber erst einmal per Fuß die Strecke ab, Larissa verlor ihren FlipFlop und dann gaben wir die Freigabe für unsere Mädels. Unsere Fahrerinnen meisterten diese Aufgabe mit Bravour. Wir hielten diese Aktion natürlich auf Video fest und feierten uns am anderen Ende des Wasserlochs. Dann fuhren wir Richtung Restarea weiter und Sara erheiterte uns mit ihren Walkie-Talkie Gesprächen am Kanal der Truck-Fahrer. Sie plauderte mit ihnen über Snacks und wechselte zwischen mehreren Gesprächen, als wir die Trucks überholten. Dann fuhren wir über Halls Creek und der verzweifelten Suche nach einem Ersatzreifen für Biancas Auto eine weite Strecke zu unserem nächsten Campingplatz. Beim Schrotthändler durften die Mädels in einem echten Polizeiauto mit Zelle Platz nehmen und hatten sichtlich Spaß. Wir schlugen unser Lager an einer Restarea auf und die Mädels fuhren einige Kilometer in den Purnululu Nationalpark hinein, um auszukundschaften, ob der Weg wirklich so schrecklich war, wie uns die Dame vom Visitors-Center sagte. Sie riet uns ab, ohne Tour in den Nationalpark zu fahren. Als die restlichen Mädels zurück zum Camp kamen waren bereits unsere alten Konvoi-Mitglieder bei uns angekommen. Tiffany, aus den Niederlanden, hatte ein Känguru angefahren. Sie hatte dieses auf ihrem Schoß und leider verstarb es auf der Autofahrt. Sie rief den Ranger und am nächsten Morgen brachte sie das tote Känguru, welches ein Baby in sich trug, zur Rangerstation. Das Kleine hüpft mittlerweile fleißig im Outback Australiens umher. Wir gingen früh zu Bett, da wir am nächsten Morgen sehr früh - noch vor Sonnenaufgang (04:30 Uhr) - in den Nationalpark fahren wollten. Gesagt - Getan. Wir fuhren lediglich mit zwei Autos, da wir für Biancas Auto keinen Ersatzreifen mehr hatten und dieses Risiko nicht eingehen wollten (falls einer platzen sollte).Charlott nahm mich und Bianca mit, Sara und Caroline lagen in Pia und Larissas Auto auf der Bettkonstruktion und studierten auf der Autofahrt eine liegende Choreografie ein. Wir fuhren durch einige kleine Wasserlöcher, schmierten uns auf der Autofahrt ein paar Sandwichs als Frühstück und kamen dann nach einiger Zeit am Nationalpark Visitor-Center an. Wir fuhren weiter zur Cathedral Cove und liefen zu den “The Domes”. Es war unglaublich heiß und ich trug mein T-Shirt lieber als Turban, da ich mir meine Kopfhaut nicht verbrennen wollte. Wir machten Rast in der beeindruckenden natürlichen Kathedrale und machten noch ein kleines Fotoshooting für Pias Freunde, die bald heiraten würden und gingen dann zurück. Spontan entschieden wir noch zur Echidna Casim zu fahren, da uns dies ein Mann, den wir unterwegs mit einer Tourgruppe trafen, empfohlen hatte. Wir liefen durch die tiefe Schlucht mit meterhohen Steinwänden. Es war tropisch und die Palmen ließen uns in 1.000 und eine Nacht verschwinden. Es war wie bei Aladdin und erinnerte mich an diesen arabische Disneyfilm. Dann fuhren wir wieder zurück zur Restarea, wo wir schon die Nacht zuvor verbrachten. Wir kamen alle heil an und hatten keine Probleme mit den Autos. Das zurückgelassene Auto von Bianca war auch noch da und so konnten wir am nächsten Morgen weiter nach Kununurra fahren. Hier kauften wir ein und fuhren weiter zu einer Restarea am Fluss, kurz vorm Lake Argyle. Hier waren tausende von Fliegen und wir beschlossen unsere Netze am Kopf zu tragen. Im Fluss sollen angeblich Krokodile sein. Wir haben jedoch keine gesehen und wagten uns mit den Beinen ins Wasser um uns abzukühlen. Hier sahen wir auch - ich glaube es war - unseres erste Schlange (sie war aber sehr klein und wir wahrscheinlich gefährlicher für sie, als sie für uns). Am nächsten Tag fuhren wir das letzte Stück weiter zum Lake Argyle und buchten uns auf dem einzigen Campingplatz am See ein. Wir sprangen in den Pool mit Aussicht auf den See und planten die nächsten Tage. Darwin war immer näher gekommen und dort sollten sich unsere Wege trennen. Ich lernte beim Liegen in der Wiese einen Deutsch-Australier kennen, welcher versuchte ein Foto von sich zu machen. Ich bot ihm an ein Foto zu machen, da aber seine Handykamera nicht funktionierte (sonder nur die Selfie-Kamera) machte ich ein paar Fotos mit meinem Handy, wir tauschten die Nummern und ich schickte ihm die Bilder. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte von einer Bootstour (Spezialpreise für junge Reisende) über den See. Wir überlegten kurz und dann buchten ein paar unserer Mädels diese Sonnenuntergangs-Tour auf dem Lake Argyle. Der junge Mann (Julian) war in Begleitung einer jungen Dame, mit der er reiste. Die beiden waren ebenfalls auf der Bootstour. Überraschender Weise trafen wir hier auch wieder die Tourgruppe, welche wir in Broome im Hostel kennenlernten. Sie kamen ebenfalls mit auf die Bootstour. Wir fuhren zu kleinen Inseln im See und sahen Wallabies, so anders kleine Krokodile und später sprangen wir dann (in sicherer Entfernung von wilden gefährlichen Tieren) ins Wasser und schwammen im See herum. Einige machten Saltos vom Boot oder andere Kunststücke. Wir hatten viel Spaß und als wir wieder alle am Boot waren und die Sonne schon halb untergegangen war zauberte unser Kapitän wunderschöne Wellen auf den See und die Farbe des Himmels änderte sich alle paar Sekunden. Nach der Tour gingen wir zurück auf unseren Campingplatz und gönnten uns vom Restaurant ein Abendessen. Am nächsten Tag fuhren wir gezwungener Weise wieder zurück nach Kununurra, da ein Mann uns auf seltsame Geräusche an Pia und Larissas Auto aufmerksam machte, als wir losfahren wollten. Ich hatte wieder Handyempfang und erhielt Nachrichten von Ralf, dass sich dieser im Krankenhaus befinden würde. Ich machte mir große Sorgen und wollte sofort zu ihm. Er war ebenfalls in Kununurra. Es war kein Besuch erlaubt, da er unter Quarantäne stand. Die Ärzte wusste (noch) nicht was ihm fehlte oder was er hatte. Seine Symptome waren Schüttelfrost und Fieber. Ich dachte es wäre ein Sonnenstich oder er habe ggf. etwas Falsches gegessen, aber da ich eh nichts hätte machen können und Ralf in guten Händen war fuhren wir Mädels nach einem Check beim Mechaniker weiter in Richtung Katherine. Hier bauten wir unser Lager an einer Restarea auf und ich wechselte mit Sara den Schlafplatz und überließ ihr meinen Platz im Dachzelt. Die Nacht war unglaublich heiß und schwül und man merkte, dass man immer weiter im Norden war. Es war bereits der 23.09. und wir fuhren zur Katherine Gorge und beschlossen lediglich zum Lookout (Aussichtspunkt) zu wandern, da es einfach zu schwül und heiß war. Tausende von Fledermäusen hangen in den Bäumen und auf dem Weg zurück merkten wir, dass wieder ein Reifen von Biancas Auto zu platzen drohte. Die Drähte kamen bereits aus dem Gummireifen heraus und wir beschlossen ihn schnell zu wechseln. Glücklich, dass wir in der Stadt zuvor in einen Wagenheber investierten und auch einen neuen Autoreifen gekauft hatten. Später dann trafen wir Sebastian und ein paar andere Jungs bei einem McDonalds, wo wir uns Fastfood gönnten. Wir fuhren zu den Edith Falls, gingen schwimmen und fuhren abends dann zum Pussy Cat Camp, da hier Internetempfang sein sollte und Pia eine Liveschaltung zur Hochzeit ihrer Freundin in Deutschland bekam. Wir schauten zusammen die Hochzeit und genossen unseren letzten Abend “on the Road”. Morgen sollten wir schon in Darwin sein, wo sich unsere Wege trennten. Der Tag war gekommen: wir waren tatsächlich in Darwin angekommen! Auf unserem Weg dorthin machten wir noch einmal Halt in einem Roadhouse wo auch schon Crododile Dundee war. In Darwin angekommen checkten wir im Dingo Moon Hostel ein. Es war ein kleines Hostel mit familiärer Atmosphäre. Hier waren ebenfalls einige der ehemaligen Konvoi-Mitglieder zuhause. Wir hatten eine kleine Reunion mit unseren Freunden, planschten im Pool und gingen dann zum Night Market am Mindil Beach. Hier traf ich mich mit Jill, einem Mädchen aus Belgien, mit der ich eigentlich vor hatte zu reisen. Jedoch änderten sich die Pläne und ich fuhr mehr oder weniger spontan mit Mikkel, Eldar und Larissa mit (aber dazu später mehr). Am nächsten Morgen fuhren wir zu Kmart, um alle beschädigten und verloren gegangenen Camping-Teile in Biancas Auto zu ersetzen. Wir hatten einen kleinen Carwash und Pia und Larissa verkauften (sehr schnell) ihr Auto Holly an ein anderes deutsches Pärchen, welches im selben Hostel wohnte. Abends gönnten wir uns zur Feier des Tages Pizza von Dominos. Und ich habe an diesem Abend sehr lange mit einer Freundin (Charly) von Zuhause telefoniert und ihr von all dem Desaster der Westküste, der Trennung und der super tollen Zeit mit den Mädels erzählt. Wir hatten beide sehr viel zu berichten und haben uns über Stunden hinweg geupdatet.

 

Am nächsten Morgen mussten wir dann Goodbye sagen: erst brachten wir Inken zum Busbahnhof, schlenderten noch durch Darwin, gingen mit Clara und Larissa in ein Tattoostudio und verabschiedeten uns dann auch noch von Caroline und Bianca. Wir verbrachten den Rest des Tages im Pool, spielten Ball mit all den anderen Hostelgästen, nahmen später dann den Bus zum Shoppingcenter, trafen uns dort mit einer Freundin von Pia zum Essen und als wir wieder zurück im Hostel waren sprangen wir wieder in den Pool. Ich hatte hier sehr guten Draht zu Philipp. Er kam aus Erding und war ein waschechter Bayer, wir verstanden uns sehr gut und quatschten dort bis 3 Uhr nachts. Am nächsten Tag machten wir großes Clean-Up im Zimmer. Wir sortierten Kleidung aus, die Mädels schrieben ihre Tagebücher, Clara bekam ihr Tattoo und am Abend gingen wir aus. Erst in ein anderes Hostel, welches als Party-Hostel bekannt war. Ralf war mittlerweile ebenfalls in Darwin angekommen und wohnte in diesem Hostel. Es sollte nicht anders kommen und wir sahen uns dort auf der Dachterrasse. Es war komisch, seltsam und total fremd ihn wieder zu sehen. Wir hatten seit Wochen keinen Kontakt mehr gehabt und uns schon so lange nicht mehr gesehen und jetzt saß er plötzlich da: am Tisch neben mir. Ich sagte nur kurz “Hallo” und ging dann wieder zu meinen Mädels und den Jungs, die uns begleiteten. Später gingen wir (als Gruppe) in eine Bar, wo Livemusik spielte. Philipp (20 Jahre alt) und ich standen viel beieinander, da wir uns gut verstanden und uns unterhielten. Irgendwann kam Ralf zu mir und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Ich bemerkte schon zuvor, dass er mich immer beobachtete und schaute mit wem ich mich unterhielt oder tanzte. Nach der Bar gingen wir in unser Hostel und verbrachten wieder die halbe Nacht im Pool.

 

Am nächsten Tag war ich mit Ralf verabredet. Wir trafen uns und gingen zur Autowerkstatt, um unser Auto reparieren zu lassen, welches vor Wochen angefahren wurde. Wir ließen die Daten aufnehmen und fuhren dann noch zu einer Autowaschstraße und befreiten unseren “Rocky” vom roten Staub. Ralf hatte mit seiner Fürsorge und Reinlichkeit für unser gemeinsames Auto sehr nachgelassen. Aber es war ja nun nach zwei Wochen gemeinsamen Reisens zu einem Männer-Trip geworden und das sah man auch an der Sauberkeit des Innenlebens (nicht vorhanden). Nach der Reinigungsaktion fuhren wir in die Nähe des Hostels und unterhielten uns noch einmal im Auto. Wir redeten über “uns” und ob es noch ein “uns” gab. Für Ralf änderte sich nichts. Er war noch immer der Meinung, dass es mit uns nicht funktionieren würde und dass es besser sei getrennte Wege zu gehen. Ich musste mir wieder einige Tränen verdrücken, beruhigte mich aber nach einiger Zeit und musste seine Entscheidung endgültig akzeptieren. Dann fuhren wir zu meinem Hostel zurück, wir tauschten Bilder und Videos aus, so dass jeder von uns die Daten hatte, ich lernte Domi und Lena kennen, welche lustiger Weise in meinem Hostel eingecheckt hatten. Domi und Lena waren eigentlich unsere neuen Reisepartner. Ralf hatte mit ihnen vor Monaten Kontakt aufgenommen und wir hatten uns verabredet ab Darwin miteinander die Ostküste zu bereisen. Da wir aber mittlerweile getrennt reisten (Ralf und ich) sagte er ihnen unseren gemeinsamen Trip ab. Tage später kauften sie uns unsere in Malaysia gekaufte Drohne ab und ich stand ab Darwin regelmäßig mit ihnen in Kontakt und sah sie auch ein paar Mal an der Ostküste. Am Abend gingen wir wieder auf den Nachtmarkt, wo uns Ralf auch wieder über den Weg lief. Larissa und ich aßen indisches Streetfood und wir hörten dem Didscheridoo-Spieler zu. Anschließend gingen wir wieder in die Disco: Falk, Louis, Larissa, Tiffany, Pia, Philipp und ein paar andere Jungs aus dem Hostel. Wir hatten einen riesen Spaß auf der Tanzfläche und selbst, dass Ralf und Matthew mit ein paar anderen Mädels auftauchten ließ mich kalt. Meine Mädels verließen mich nach einiger Zeit und ich blieb nur noch mit den Jungs zurück. Wir tanzten und tanzten und tanzten. Später, als wir dann entschieden zu gehen, ging ich zu Ralf um mich zu verabschieden. Er fragte, warum ich schon gehe und ich solle doch bleiben, aber ich spielte dieses Spiel nicht mit. Falk wartete bereits außen auf mich und ich wollte ihn nicht länger warten lassen. Ralf drückte mir ein Gute-Nacht-Küsschen auf die Wange und ich verschwand durch die tanzende Menge in Richtung Ausgang. Den nächsten Tag verbrachten wir wieder mehr oder weniger im Pool. Larissa und ich buchten unsere Flüge nach Cairns und tauschten Bilder. Den Tag darauf machten wir mit ein paar Freunden eine Tour zu den “jumping Crocodiles”. Ich schnappte mir unser Auto Rocky und fuhr zu Kmart, um noch ein wenig zu shoppen und am Abend gingen wir mit Lex (Niederlande) und einigen anderen aus unserem Hostel zu einer Houseparty, wo natürlich auch wieder Ralf und die anderen waren. Darwin ist nicht so groß und unser Freundeskreis in Australien war derselbe. Wir machten das Beste draus und feierten fröhlich bis spät in die Nacht. Der Versuch in die Disco zu kommen scheiterte dann daran, dass meine männlichen Begleiter lediglich in Tanktops und Flipflops unterwegs waren und somit nicht an den Türstehern vorbei kamen. Kein Problem für uns - wir verlegten die Party einfach in unser Hostel und blieben dort wieder bis 2:30 Uhr am/im Pool. Am nächsten Tag verkauften wir - wie schon erwähnt - unsere Drohne an Domi und Lena. Ralf kam dazu in unser Hostel und dann sagte ich ihm ein letztes Mal Goodbye, da am nächsten Tag mein Flieger nach Cairns gehen würde. Am späten Nachmittag machten wir uns (Pia, Bianca und Larissa + ich) noch ein letztes Mal zum Nachtmarkt auf, sprangen danach noch einmal in den Pool und gingen dann schlafen. Und dann war auch schon der letzte Tag für uns gekommen. Wir packten unsere Sachen zusammen, Larissa verschickte einiges per Post nach Hause, wir klapperten ein paar Souvenirläden ab, schlenderten durch ein paar Läden, trafen uns mittags bei Nandoos zum Lunch mit Bianca und tauschten die restlichen Bilder mit Pia aus. Dann gingen wir noch spontan mit Philipp, Dom und ein paar anderen ins Aborigini Museum in Darwin und später dann brachten Bianca und Pia uns zum Flughafen. Wir machten es kurz und schmerzlos und sagten “auf Wiedersehen” - was ein Versprechen war!Larissa und ich checkten ein, schlenderten durch den Duty-Free Bereich und gönnten uns bei Dome eine Lasagne bzw. Pizza für Lari. Dann war Boarding-Time, wir gingen in den Flieger, flogen kurz mal nach Cairns, holten unser Gepäck und nahmen einen Uber zu unserem Jacks Hostel in Cairns, hier checkten wir über den Nachtwächter ein (hier war es schon Nachts wg. der Zeitverschiebung), schlichen in unser 8er Zimmer und gingen bald schlafen.

 

Die Westküste Australiens war eine einzige Achterbahnfahrt.

Jetzt stand ein neues Kapitel bevor und ich freute mich darauf (aber dazu mehr in den nächsten Berichten).